Wettkampfberichte
2024

 

Yvonne Brandecker wird Deutsche Meisterin in Düsseldorf

Die Wernigeröder Leichtathletin Yvonne Brandecker hat sich bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Masters in Düsseldorf den Titel über 1500 m gesichert. Zudem holte sie die Vizemeisterschaft über 800 m.
Weit mehr als 1000 Athletinnen und Athleten aus 525 Vereinen kämpften im Arena Sportpark der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt um die ersten Meistertitel in diesem Jahr. Am Start waren die Altersklassen der W/M 35 bis 90. Neben den Hallenwettkämpfen fanden auch die Wettbewerbe im Winterwurf statt. An drei Wettkampftagen hatten die vielen Kamprichter des Leichtathletikverbandes Nordrhein ein Mammutprogramm zu bewältigen. Die zahlreichen Zuschauer bekamen neben spannenden Rennen zwei neue Hallen-Weltrekorde, zwei Europarekorde und gleich acht deutsche Bestleistungen zu sehen. Damit feierten die Ausrichter auch eine gelungene Premiere, denn erstmals trugen die Seniorensportler ihre Titelkämpfe in Düs-seldorf aus.
Als einzige Athletin aus dem Harzkreis hatte sich Yvonne Brandecker vom Harz-Gebirgslaufverein über 400, 800 und 1500 m qualifiziert. Aufgrund des ungünstigen Zeitplans entschied sie sich nur für die beiden längsten Wettkampfstrecken. In diesem Jahr startete sie erstmals in der Altersklasse W 50. Bereits am Freitagabend ging es für die Wernigeröderin nach langer Anreise über 800 m an den Start. Als dritte der Meldeliste rechnete sie sich zu-mindest Medaillenchancen aus. Überraschenderweise wollte keine der sechs Athletinnen für das Tempo sorgen, so dass sich Yvonne plötzlich an der Spitze des Feldes befand. Fast 700 Meter führte sie und kam schließlich als Zweite in Saisonbestzeit von 2:38,76 min ins Ziel. „Meine erste Medaille über 800 m in der Halle“, freute sich die Harzerin über die Vizemeisterschaft. Der Sieg ging an Beate Kuhlwein (Großhansdorf) in 2:35,94 min.
Schon am nächsten Vormittag standen die 1500 m auf dem Programm, wo die HGL-Athletin ihr Husarenstück feierte. Yvonne Brandecker hatte die schnellste Meldezeit der zehn Starte-rinnen und ging als Favoritin ins Rennen. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl musste in zwei Reihen gestartet werden. Es wurde ein typisches Meisterschaftsrennen, keiner wollte an die Spitze gehen. So nahm die Wernigeröderin das Zepter selbst in die Hand und ließ es bis 1000 m ruhig angehen. Auf den letzten zwei Runden steigerte die 49-Jährige das Tempo, löste sich von ihren Verfolgerinnen und lief mit fünf Sekunden Vorsprung als Siegerin ins Ziel. Die Zeit von 5:28,05 min war am Ende Nebensache und lag doch nur drei Sekunden über ihrer Saison-bestzeit. Damit wurde Yvonne ihrer Favoritenrolle gerecht und freute sich nach ihrem Frei-luftsieg 2024 in Erding über den zweiten Titel auf dieser Distanz. Und zwei Medaillen bei einer Deutschen Hallenmeisterschaft hatte sie zuvor auch noch nicht geholt. Damit geht für die Wernigeröderin eine überaus erfolgreiche Hallensaison zu Ende. Wobei die HGL-Athletin Ende März noch bei der Hallen-Europameisterschaft im polnischen Torun an den Start gehen wird, allerdings bei den Freiluftwettbewerben Crosslauf und 5 km-Straßenlauf.

Harzer Nachwuchs mit einer Medaille erfolgreich

Die jüngsten Leichtathleten des Harz-Gebirgslaufverein sind erfolgreich von der Hallen-Bezirksmeisterschaft der Altersklassen 8-11 aus Magdeburg zurückgekehrt. Zwar gab es keinen Titelgewinn, dafür eine Vizemeisterschaft.
Für die Athleten des Harz-Gebirgslaufverein gab es in Magdeburg eine Silbermedaille. Die Staffel der W 10 in der Besetzung Henriette Richter, Ulrike Dell, Lina Fink und Pauline Kaufhold liefen über 4 x 100 m hinter den Favoriten aus Magdeburg in 67,10 s als Zweite ins Ziel. Es hätten noch mehr Medaillen sein können, aber die jungen HGL-Athleten schrammten trotz neuer Bestleistungen gleich mehrfach nur knapp am Podest vorbei. Sie zeigten starke Leistungen, zumal einige erstmals bei einem Wettkampf dabei waren. Zu ihnen gehörte Mieke Klaue, die über 800 m der W 11 in 2:55,21 min Vierte wurde. Im Sprint über 50 m erreichte sie in 8,19 s das B-Finale, wo sie die gleiche Zeit lief und am Ende als Zehnte ins Ziel kam. In dieser Altersklasse überzeugte auch Neuling Alisha Heitmann als Sechste über 800 m in 3:07,73 min. Mit dem undankbaren vierten Platz musste sich auch Ulrike Dell in der W 10 über 800 m zufriedengeben. Sie lief nach 3:06,00 min ins Ziel und verwies ihre Vereinskameradinnen Henriette Richter und Lina Fink auf die Plätze sechs und acht (3:07,11 bzw. 3:09,33 min). Lina verbesserte sich zudem im Weitsprung um einen halben Meter auf 3,53 m und verfehlte den Bronzerang nur um drei Zentimeter. Auch über 50 m steigerte sie sich enorm und lief in 8,49 s ins B-Finale, das sie in Bestzeit von 8,25 s gewann. Im A-Finale hätte dies zum vierten Platz gereicht, so wurde es aber der siebte Platz. Bei den Mädchen der W 9 lief Evi Göbel über 600 m als Sechste in Hausrekord von 2:21,09 min ins Ziel. Über die gleiche Distanz erreichte Felix Hennig in der M 9 den fünften Platz in 2:09,60 min. Zuvor sprang er Bestweite von 3,37 m und wurde Sechster im Weitsprung. In dieser Altersklasse feierte Arik Merkel ein erfolgreiches Debüt mit Platz sieben über 600 m in 2:16,24 min. Zudem wurde er Zehnter im Weitsprung mit 2,98 m. Neuling Pauline Kaufhold rundete das gute Abschneiden mit Platz zwölf im Weitsprung der W 10 ab (3,26 m).

Weitere Ergebnisse: M 9: Felix Hennig 50 m Vorlauf (VL) 8,88 s; Arik Merkel 50 m VL 9,46 s; M 10: Nevio Rißmann 13. Weit 2,87 m; Fabio Rißmann 50 m VL 8,59 s; W 9: Evi Göbel 14. Weit 2,78 m, 50 m VL 9,51 s; W 10: Ulrike Dell 20. Weit 3,02 m, 50 m VL 8,59 s; Pauline Kaufhold 16. 800 m 3:34,66 min, 50 m VL 8,81 s; Henriette Richter 21. Weit 3,00 m, 50 m VL 8,61 s; W 11: Mieke Klaue 13. Weit 3,59 m; Alisha Heitmann 29. Weit 3,02 m, 50 m VL 8,78 s.


Tosender Applaus bei den Staffeln und Rundenläufen

Das traditionelle Wernigeröder Hallensportfest des Harz-Gebirgslaufvereins zog wieder zahlreiche Schülerinnen und Schüler in die Stadtfeld-Turnhalle. Insgesamt konnten die Organisatoren der HGL-Abteilung Leichtathletik 84 Teilnehmer aus 18 Schulen und Vereinen begrü-ßen. „Das waren zwar nicht so viele wie im Vorjahr, dennoch können wir mit der Resonanz ganz zufrieden sein“, sagte Hauptorganisator Florian Hausl. Neben den Wernigeröder Grund-schulen Diesterweg, Stadtfeld und der Freien Grundschule waren auch die Schulen aus Dar-lingerode und Osterwieck dabei. Die weiteste Anreise hatten die Sportler aus Oschersleben und Wendeburg in Niedersachsen. Hinzu kamen einige Lok-Athleten aus Blankenburg und die Athleten vom gastgebenden Verein, die für ihre Schulen starteten. In den höheren Altersklassen waren Schüler der Pestalozzi-Schule und des Gymnasiums Wernigerode unter sich.
Auch die 17. Auflage des Traditionssportfestes bot den zahlreichen Zuschauern spannende Rennen und hochklassige Wettbewerbe. Besonders laut wurde es bei den Staffelentscheidun-gen. Hier sicherte sich das Gymnasium Wernigerode zwei Siege. Die Diesterweg-Grundschule, der SV Lok Blankenburg und der Gastgeberverein landeten jeweils einmal auf dem ersten Platz. Die erfolgreichste Athletin an diesem Tag war mit fünf Siegen Nicole Alatzas (Gym. WR) in der Altersklasse W 13. Gleich viermal auf dem obersten Treppchen standen Mark Zacon (GS Osterwieck) in der M 7, Karl Anton Burmann (GS Diesterweg) in der M 10 und Luca Wenzel (Pestalozzi) in der M 12. Über drei Siege freuten sich Charlotte Felgendreff (Freie GS) in der W 7, Helena Wauschkuhn (GS Oschersleben) in der W 8, Ame-lie Roland (Gym. WR) in der W 12 und Felix Hennig (GS Diesterweg) in der M 9. In den anderen Altersklassen waren die Leistungen sehr ausgeglichen, so dass die Siege in den vier bis fünf Wettbewerben an mehrere Athleten gingen.
Herausragende Einzelleistungen gab es an diesem Tage gleich mehrere. Tosender Applaus brandete auf, als Enno Gürtler (Gym. WR) im Hochsprung der M 13 die Latte bei 1,40 m überquerte. Auch im Dreierhopp erzielte er mit fast sieben Metern (6,98 m) Tagesbestweite. Ebenfalls stark im Hochsprung präsentierte sich Aaron Wauschkuhn (GS Oschersleben) mit 1,27 m in der M 11 und Sophia Pomplun (Gym. WR) in der W 12 mit 1,20 m. Der weiteste Satz im Dreierhopp der Mädchen gelang Nicole Alatzas in der W 13 mit 6,08 m. Weit sprangen auch Ulrike Dell (GS Stapelburg) mit 5,06 m in der W 10 und Felix Hennig mit 5,01 m in der M 9. In den Wurfdisziplinen gab es ebenfalls nennenswerte Ergebnisse. So stieß Jaden Lampe (Pestalozzi) im Kugelstoßen der M 13 fast neun Meter weit. Die 3 kg schwere Kugel landete bei 8,94 m. Bei den Mädchen überragte Mia Borchert (Gym. WR) mit 6,93 m in der W 12. Im Medizinballstoßen (2 kg) dominierte Mieke Klaue (Gym. WR) mit 6,39 m in der W 11. Bei den Jungen waren Karl Anton Burmann mit 6,82 m in der M 10 und Maximilian Köh-ler (GS Diesterweg) mit 6,84 m in der M 11 die Besten. Letzterer sprintete auch über 30 m zur Tagesbestzeit von 5,01 s.
Schnellster im 4-Rundenlauf war Felix Hennig in 1:16,24 min. Über sechs Runden erzielte Max Wolf (Müntzer) in der M 13 mit 1:45,05 min die schnellste Zeit. Stark lief auch der Zehnjährige Karl Anton Burmann, der wie Wolf als einziger Läufer unter zwei Minuten blieb (1:53,33 min). Bei den Mädchen gelang dies Maja Hübner (Burgbreite) in der W 12 in 1:54,49 min knapp vor Mia Borchert in 1:57,31 min.    
Gesamtleiter Florian Hausl bedankt sich im Namen der Abteilung Leichtathletik des Harz-Gebirgslaufverein auf diesem Wege bei allen Athleten, den engagierten Sportlehrern und vor allem den zahlreichen Helfern und Kampfrichtern, die für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Schon jetzt möchte der Verein auf den nächsten Wettkampf für die Schulen und Vereine hin-weisen. Bereits am Mittwoch, den 25. März 2026 geht es im Lustgarten mit dem Wernigeröder Waldlauf weiter.