Wettkampfberichte
2024

 

Yvonne Brandecker holt ersehnte Medaille in Torun

Die Wernigeröder Leichtathletin hat im fünften Anlauf endlich die ersehnte Medaille bei einer internationalen Meisterschaft der Masters im polnischen Torun erkämpft. Im Crosslauf sicherte sich die Harzerin die Bronzemedaille in der Mannschaftswertung.
Bereist zum fünften Mal seit 2015 war die Kopernikusstadt Ausrichter der Senioren-Titelkämpfe. In diesem Jahr standen die 15. Internationalen Masters Europa Indoor Meister-schaften mit Winterwurf und Outdoor-Wettbewerben auf dem Programm. In der Arena Torun sowie im angrenzenden Rudelka-Park und Wurfstadion kämpften mehr als 3500 Athleten aus 52 Ländern um die begehrten Medaillen. Das deutsche Team stellte mit über 400 Teilnehmern hinter dem Gastgeber Polen die zweitgrößte Mannschaft.
Nur wenige Tage zuvor gingen hier die Hallen-Weltmeisterschaften der Aktiven zu Ende. Die gerade erst sanierte Bahn war also noch „warm“. Die Wernigeröderin Yvonne Brandecker startete allerdings nur bei den Outdoor-Wettkämpfen und konnte somit die neue Bahn nicht testen. Dafür erfüllte sich die Läuferin des Harz-Gebirgslaufverein bei ihrem fünften Start in Torun einen lang ersehnten Traum. Im Crosslauf über 8 Kilometer erkämpfte sie sich mit dem Team Germany in der Altersklasse W 45 die Bronzemedaille in einer Zeit von 1:56:25 h. Überlegene Sieger waren die Spanierinnen in 1:35:06 h vor dem Trio aus Polen (1:50:11 h). Der Crosslauf fand nahe der Wettkampfhalle im Rudelka-Park auf einem sehr anspruchsvollen Rundkurs mit vielen steilen Anstiegen und mehreren Sandpassagen statt. Die anstrengende zwei Kilometer lange Runde musste viermal durchlaufen werden. Trotz Sonnenschein hatten die Läuferinnen und Läufer mit eisigem Wind und Temperaturen um sechs Grad zu kämpfen. Dennoch lief es für die Harzerin besser als erwartet. Mit fast gleichmäßigen Runden lief Yvonne als Zehnte der W 45 ins Ziel und war in 36:31 min fast dreißig Sekunden schneller als vor drei Jahren. Dabei ist die HGL-Athletin in Deutschland schon in der W 50 startberechtigt, muss international aber noch eine Altersklasse tiefer starten, da sie erst im November ihr Jubi-läum feiert. Gemeinsam mit ihren Teamkameradinnen Sonja Deiß (TSG Eisenberg/ 39:43 min) und Stefanie Sindel (MTV Pfaffenhofen/ 40:11 min) freute sich die Harzerin bei der Siegerehrung über die „Bronzene“.
Einige Tage zuvor ging es für Yvonne auf den Straßen von Torun noch über die erstmalig aus-getragene Strecke von 5 Kilometern. Leider blies den Athleten auf den ersten 2,5 km eisiger Gegenwind entgegen, so dass die Zeiten eher mäßig ausfielen. Die Wernigeröderin kam in 21:06 min als viertbeste aller deutschen Starterinnen und als 16. der W 45 ins Ziel. Immerhin unterbot sie damit die Norm zur Deutschen Meisterschaft über 5000 m (21:06 min). In der Mannschaftswertung landete die HGL-Läuferin gemeinsam mit Stefanie Sindel (22:52 min) und Petra El Alami (TSG Neuenhain/ 23:03 min) auf dem fünften Platz in 66:01 min. Insge-samt war die Wernigeröderin mit ihrem fünften Auftritt in Torun zufrieden und blickt nun optimistisch auf die Freiluftsaison. Aber auch die nächsten internationalen Meisterschaften stehen bereits fest. Im nächsten Jahr findet die Europameisterschaft im August in Finnland statt und 2028 empfängt Glasgow (Schottland) die Masters zur Hallen-Europameisterschaft.
Das deutsche Team belegte in Torun übrigens Platz 1 im Medaillenspiegel vor Großbritannien und Gastgeber Polen. Insgesamt 119 Titel, 90 Silber- und 86 Bronzemedaillen standen auf der Habenseite.

Erfolgreicher Saisonauftakt für Harzer Läufer

Die Leichtathleten des Harz-Gebirgslaufverein sind überaus erfolgreich in die diesjährige Freiluftsaison gestartet. Bei den Bezirksmeisterschaften im Crosslauf in Wolmirstedt holten die Harzer insgesamt sechs Titel, zwei Silber- und eine Bronzemedaille.
Bei recht kühlen Temperaturen kämpften rund 180 Teilnehmer aus 18 Vereinen um die ersten Bezirksmeistertitel unter freiem Himmel. Auf der flachen Rundstrecke im Wolmirstedter Sportkomplex am Küchenhorn wurden Medaillen in den Altersklassen U 10 bis hin zu den Senioren vergeben. Die etwa 1 km lange Runde musste je nach Altersklasse mehrfach durch-laufen werden.
Gleich neun Medaillen nahmen die 18 Teilnehmer des Harz-Gebirgslaufverein mit nach Hause. Ein starkes Rennen zeigte Max Wolf über 3,1 km der M 13. Mit über einer Minute Vorsprung lief er als Bezirksmeister in 11:50 min ins Ziel. Ähnlich stark präsentierte sich Maja Hübner über 2,1 km der W 12. Sie gewann in 8:00 min deutlich und sicherte sich ebenfalls den Titel. Gleiches gelang Jula Wichmann als Siegerin der W 14 über 3,1 km in 12:17 min. Die anderen drei Bezirksmeistertitel holten die Senioren im Lauf über 5 km. Schnellster war Matthias Göbel in der M 35 in 17:52 min gefolgt von Jörg Lehmann als Sieger der M 45 in 19:19 min. Als Gesamtzweite der Frauen erkämpfte Yvonne Brandecker „Gold“ in der W 50 in 20:57 min.
Über den Vizemeistertitel freute sich die jüngste im Team. Evi Göbel kam über 1,1 km der W 9 als Zweite in 4:23 min ins Ziel. Auf der gleichen Distanz erreichte Felix Hennig den dritten Platz in der M 9 in 4:06 min. Gemeinsam mit seinen Vereinskameraden Jan Lehmann und Alexander Hunger konnte er zudem die Vizemeisterschaft in der Mannschaftswertung der U 10 bejubeln. Mit 20 Punkten lagen die Harzer nur zwei Punkte hinter den Siegern des Gastge-bervereines. Im Einzel verpasste Alexander als Vierter der M 8 in 5:00 min nur um vier Se-kunden den Podestplatz. Dahinter wurde Rafael Kniep in 5:06 min Sechster. Jan Lehmann belegte Rang fünf in der M 9 in 4:35 min. Sein Bruder Ben musste über 5 km der U 18 mit dem undankbaren vierten Platz in 18:54 min Vorlieb nehmen. Zu „Bronze“ fehlten nur drei Sekunden.
Auch die Mannschaft der  weiblichen U 12 verpasste als Vierte nur knapp den Medaillenrang. Am Ende fehlte ein Punkt zur Silbermedaille. In der Einzelwertung über 1,1 km der W 10 kamen Henriette Richter, Lina Fink und Ulrike Dell auf die Plätze fünf, sieben und zehn. Das gute Abschneiden komplettierte Martha Heidenreich als Elfte. Über 2,1 km der W 12 landeten Sophia Pomplun und Alina Breuer auf den Plätzen 12 und 13. Gemeinsam mit Maja Hübner landeten sie damit in der Teamwertung der U 14 auf dem fünften Platz.

Yvonne Brandecker wird Deutsche Meisterin in Düsseldorf

Die Wernigeröder Leichtathletin Yvonne Brandecker hat sich bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Masters in Düsseldorf den Titel über 1500 m gesichert. Zudem holte sie die Vizemeisterschaft über 800 m.
Weit mehr als 1000 Athletinnen und Athleten aus 525 Vereinen kämpften im Arena Sportpark der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt um die ersten Meistertitel in diesem Jahr. Am Start waren die Altersklassen der W/M 35 bis 90. Neben den Hallenwettkämpfen fanden auch die Wettbewerbe im Winterwurf statt. An drei Wettkampftagen hatten die vielen Kamprichter des Leichtathletikverbandes Nordrhein ein Mammutprogramm zu bewältigen. Die zahlreichen Zuschauer bekamen neben spannenden Rennen zwei neue Hallen-Weltrekorde, zwei Europarekorde und gleich acht deutsche Bestleistungen zu sehen. Damit feierten die Ausrichter auch eine gelungene Premiere, denn erstmals trugen die Seniorensportler ihre Titelkämpfe in Düs-seldorf aus.
Als einzige Athletin aus dem Harzkreis hatte sich Yvonne Brandecker vom Harz-Gebirgslaufverein über 400, 800 und 1500 m qualifiziert. Aufgrund des ungünstigen Zeitplans entschied sie sich nur für die beiden längsten Wettkampfstrecken. In diesem Jahr startete sie erstmals in der Altersklasse W 50. Bereits am Freitagabend ging es für die Wernigeröderin nach langer Anreise über 800 m an den Start. Als dritte der Meldeliste rechnete sie sich zu-mindest Medaillenchancen aus. Überraschenderweise wollte keine der sechs Athletinnen für das Tempo sorgen, so dass sich Yvonne plötzlich an der Spitze des Feldes befand. Fast 700 Meter führte sie und kam schließlich als Zweite in Saisonbestzeit von 2:38,76 min ins Ziel. „Meine erste Medaille über 800 m in der Halle“, freute sich die Harzerin über die Vizemeisterschaft. Der Sieg ging an Beate Kuhlwein (Großhansdorf) in 2:35,94 min.
Schon am nächsten Vormittag standen die 1500 m auf dem Programm, wo die HGL-Athletin ihr Husarenstück feierte. Yvonne Brandecker hatte die schnellste Meldezeit der zehn Starte-rinnen und ging als Favoritin ins Rennen. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl musste in zwei Reihen gestartet werden. Es wurde ein typisches Meisterschaftsrennen, keiner wollte an die Spitze gehen. So nahm die Wernigeröderin das Zepter selbst in die Hand und ließ es bis 1000 m ruhig angehen. Auf den letzten zwei Runden steigerte die 49-Jährige das Tempo, löste sich von ihren Verfolgerinnen und lief mit fünf Sekunden Vorsprung als Siegerin ins Ziel. Die Zeit von 5:28,05 min war am Ende Nebensache und lag doch nur drei Sekunden über ihrer Saison-bestzeit. Damit wurde Yvonne ihrer Favoritenrolle gerecht und freute sich nach ihrem Frei-luftsieg 2024 in Erding über den zweiten Titel auf dieser Distanz. Und zwei Medaillen bei einer Deutschen Hallenmeisterschaft hatte sie zuvor auch noch nicht geholt. Damit geht für die Wernigeröderin eine überaus erfolgreiche Hallensaison zu Ende. Wobei die HGL-Athletin Ende März noch bei der Hallen-Europameisterschaft im polnischen Torun an den Start gehen wird, allerdings bei den Freiluftwettbewerben Crosslauf und 5 km-Straßenlauf.