Wettkampfberichte
2024
Neue Sieger im Hauptlauf über zehn Kilometer
Neue Sieger im Hauptlauf, vier Heimsiege für den Gastgeberverein und fast so viele Sportler wie im letzten Jahr. Die 39. Auflage des traditionellen Armeleuteberglaufs wurde wieder ein voller Erfolg.
Die Organisatoren der Abteilung Leichtathletik des Harz-Gebirgslaufverein können auf eine rundum gelungene Veranstaltung zurückblicken. Die neuen Trailstrecken hoch zum Kaiser-turm haben sich bewährt. Das dritte Mal lockte der Crosslauf zahlreiche Teilnehmer in den Harz. Insgesamt gingen bei kühlem Herbstwetter 185 Athleten auf vier Strecken an den Start. „Das waren nur 25 weniger als beim Rekord im letzten Jahr und der zweitbeste Wert aller bisherigen Läufe“, freute sich Hauptorganisator Florian Hausl über den ungebrochenen Zuspruch.
Aus sportlicher Sicht gab es einige Überraschungen. So tauchten im Hauptlauf über 10 Kilometer neue Gesichter auf. Schnellster bei den Männern war der 21-jährige Melvin Evers aus Fallersleben, der in 39:57 min aber über den Siegerzeiten der letzten Jahre blieb. Dafür distanzierte er den Zweitplatzierten Michel Fräsdorf (M 20) vom SV Hasselfelde in 41:27 min deutlich. Dritter wurde der Vorjahreszweite Matthias Göbel (M 35) vom Gastgeberverein in 41:31 min. Auch bei den Frauen tauchte ein neuer Name in der Siegerliste auf. Hanna Fehlhaber (W 20) aus Goslar verbesserte den Streckenrekord um fast eine Minute auf 46:14 min und gewann vor der Vorjahressiegerin Mandy Giesecke (W 40) vom Harz-Gebirgslaufverein in 47:26 min. Dahinter kam ihre Vereinskameradin Kerstin Lehmann (W 40) in 50:59 min als Dritte ins Ziel.
Auf der 5,4 km-Strecke gelang Andreas Kölb (einfach machen) eine erfolgreiche Titelvertei-digung. Er gewann in 24:04 min vor Maik Rieche (beide M 40) aus Elbingerode (24:52 min). Der dritte Platz ging an Christoph Lehmann (M 35) vom Team Sky in 25:28 min. Dahinter musste sich der erst 15-jährige Ben Lehmann (HGL) erneut mit dem undankbaren vierten Platz zufriedengeben (26:20 min). Bei den Damen holte sich die Vorjahreszweite Yvonne Brandecker vom Harz-Gebirgslaufverein den Sieg zurück. Die 49-jährige verbesserte sich auf 27:49 min und hatte im Ziel nur fünfzehn Sekunden Vorsprung auf die erst Zehnjährige Emily Siebert (Gänsefurth). Dritte wurde Elaine Weidenbach (W 20) aus Havelberg in 28:27 min.
Der erste Startschuss fiel für die Jüngsten über 1 km. Bei den Jungen gab es einen ähnlich knappen Einlauf wie im letzten Jahr. Die ersten vier Läufer trennten nur fünf Sekunden. Dabei verteidigte Nevio Rißmann (M 9) vom SV Lok Blankenburg seinen Vorjahressieg in 4:00 min. Nur eine Sekunde dahinter lief der Achtjährige Felix Hennig (HGL) als Zweiter ins Ziel. Es folgten die beiden Blankenburger Thoren Ganzert und Fabio Rißmann (beide M 9) in 4:02 und 4:05 min. Überraschend war der Zieleinlauf bei den Mädchen. Die erst Achtjährige Evi Göbel vom Gastgeberverein verwies in 4:23 min ihre Vereinskollegin und Vorjahressiegerin Ulrike Dell (W 9) auf den zweiten Platz (4:33 min). Emilie Kischka (Germania Silstedt) sicherte sich Rang drei (5:11 min). Mit vier Jahren waren Luise Karn und Linnea Bergmann die jüngsten Teilnehmer.
Im Lauf über 2,1 km holte sich Maja Hübner vom Harz-Gebirgslaufverein nach Platz zwei diesmal den Sieg und war in 9:28 min gleich 35 s schneller. Dahinter machte Teamgefährtin Sophia Pomplun (beide W 11) als Zweite den Doppelerfolg perfekt (10:33 min). Pauline Hen-nig (Harzer Schwimmverein) wurde Dritte (10:59 min). Bei den Jungen drehte Max Wolf (M 12) vom Gastgeberverein diesmal den Spieß um. Er siegte in 9:05 min vor dem Vorjahres-sieger Michel Aulich vom Brockenlaufverein (M 13) in 9:13 min. Dritter wurde Moritz Heise (M 11) in 13:56 min.
Die Sieger und Platzierten freuten sich über die vom Waldgasthaus Armeleuteberg und Dr. Bosse Traditionsobst gesponserten Preise. Wie im Vorjahr übernahm das Waldgasthaus auch die kulinarische Versorgung im Start-Ziel-Gebiet und veranstaltete am Vorabend eine Pasta-Party auf dem Armeleuteberg. Daher ging ein großes Dankeschön des Veranstalters an die Gaststätte. Hauptorganisator Florian Hausl, der diesmal krankheitsbedingt nicht dabei sein konnte, dankte aber auch den fleißigen Helfern, Heuer & Sack für die Moderationstechnik und der Sprecherin Christiane Schierhorn.
Damit ist die diesjährige Laufsaison im Harzkreis fast beendet. Einmal noch können interes-sierte Sportler ihre Laufschuhe schnüren. Am 31. Dezember findet wieder der traditionelle Silvesterlauf statt, zudem die Abteilung Leichtathletik des Harz-Gebirgslaufvereins schon jetzt einlädt.
Zwei Titel für Senioren und drei Vizemeisterschaften
Mit dem Crosslauf in Magdeburg ist die letzte Landesmeisterschaft in diesem Jahr über die Bühne gegangen. Die Läuferinnen und Läufer aus dem Landkreis Harz haben dabei zwei Titel und drei Vizemeisterschaften erkämpft.
Rund 150 Teilnehmer aus 34 Vereinen gingen bei typischem Herbstwetter mit böigem Wind an den Start. Da die Titelkämpfe offen ausgeschrieben waren, nahmen auch Athleten aus Brandenburg und Berlin teil. Der bekannte Rundkurs auf dem Gelände des Olympiastütz-punktes musste je nach Altersklasse drei bis sechsmal durchlaufen werden. Die anspruchsvolle 700 Meter lange Runde mit mehreren An- und Abstiegen sowie einigen rutschigen Passagen sorgte für ständige Tempowechsel.
Für die Läufer aus dem Harzkreis gab es zum Abschluss der Freiluftsaison zwei Landesmeistertitel über 4,2 km der Senioren. Schnellster Athlet war Jörg Lehmann, der als Gesamtsechster der Männerwertung in 17:27 min ins Ziel lief. Damit sicherte er sich die Meisterschaft in der M 45 und verteidigte seinen Vorjahressieg. Gleiches gelang seiner Vereinskameradin Yvonne Brandecker, die zum wiederholten Male Landesmeisterin in der W 45 wurde. Im Rennen über 4,2 km musste sie lediglich einer U 18-Athletin vom Sportclub Magdeburg den Vortritt lassen. In der letzten Runde überholte sie noch zwei Konkurrentinnen und holte sich damit den Gesamtsieg bei den Frauen in 18:32 min. Dahinter landete Hannah Rudolph vom SV Lok Blankenburg in 18:37 min auf dem zweiten Platz und machte somit den Doppelsieg für die Harzer perfekt. Die Rückkehrerin vom Skilanglauf war die einzige Vertreterin der Blankenburger. Knapp vor Rudolph lief die Darlingeröderin Anouk Tyll (SC Magdeburg) in 18:36 min als Zweite der U 18 ins Ziel.
Nach „Bronze“ im letzten Jahr erkämpfte sich Jula Wichmann diesmal die Vizemeisterschaft in der W 13. Dabei lief sie die 2,1 km in exakt der gleichen Zeit von 8:51 min. In diesem Rennen landete Trainingsgefährtin Julia Schulz durch einen Infekt geschwächt auf dem neunten Platz in 9:54 min.
Ein erfolgreiches Debüt beim Landescross feierte Max Wolf, der sich über 2,1 km der M 12 den Vizemeistertitel holte. Er rollte das Feld von hinten auf und kam nach 8:35 min ins Ziel. Das gute Ergebnis der HGL-Läufer komplettierte Ben Lehmann, der über 3,5 km der M 15 den undankbaren vierten Platz belegte. Mit der Zeit von 14:09 min fehlten am Ende nur drei Sekunden zu Bronze.
Im Rahmenprogramm der Landesmeisterschaft wurde wie in den letzten Jahren der Crosslauf des SC Magdeburg ausgetragen. Im Cross-Sprint der M 13 siegte der HGL-Athlet Levin Bremer, der seit September am Olympiastützpunkt trainiert und im Sportinternat lebt. Er sprintete die 700 m-Runde in 2:49 min. Auch einige Nachwuchsathleten des Harz-Gebirgslaufverein starteten beim Rahmenprogramm. Erfolgreichste war Maja Hübner, die über 1,4 km der W 11 in 5:49 min gewann. Auf dieser Strecke belegte Alisha Heitmann den siebten Platz in der W 10 in 6:47 min. Bei den Jüngsten über 0,7 km siegte Jette Dell in der W 5 in 4:33 min. Bei den Neunjährigen errang Lina Fink die Bronzemedaille in 3:10 min. Dahinter landete Ulrike Dell auf dem zehnten Platz in 3:25 min.
Yvonne Brandecker wird auf Madeira Vize-Europameisterin
Die Wernigeröder Leichtathletin Yvonne Brandecker ist überaus erfolgreich von den Masters-Europameisterschaften auf Madeira zurückgekehrt. Im 10 km-Straßenlauf feierte sie mit dem Team den Vizemeistertitel, im Crosslauf holte sie „Bronze“.
Über 4000 Athleten aus vierzig europäischen Ländern hatten für die Freiluft-Titelkämpfe auf der portugiesischen Ferieninsel gemeldet. Eine große Herausforderung für die Veranstalter, die anfangs einige organisatorische Probleme hatten. Das deutsche Team stellte mit über 500 Teilnehmern die größte Mannschaft. Am Ende gehörten sie auch mit zu den erfolgreichsten Startern und landeten im Medaillenspiegel hinter Großbritannien auf dem zweiten Platz mit insgesamt 110 Gold-, 98 Silber- und 82 Bronzemedaillen.
Unter den sieben Startern aus Sachsen-Anhalt war mit Yvonne Brandecker auch eine Läuferin aus dem Harzkreis. Acht Jahre nach ihrem letzten Start bei einer Freiluft-Meisterschaft kehrte sie mit zwei Medaillen nach Hause. Am besten lief es im Straßenlauf über 10 km. Dabei wollte die Athletin des Harz-Gebirgslaufverein diesen erst gar nicht laufen. „Mein Fokus lag auf dem Hindernisrennen und Crosslauf, für die Straße hatte ich kaum trainiert“, erklärte die Wernigeröderin, die der Mannschaft zuliebe gemeldet hatte. Abends um 20 Uhr bei immer noch 21 Grad standen rund 500 Läuferinnen und Läufer an der Startlinie direkt am Hafen von Funchal. Zwei 5 km-Runden mit etwa 500 Meter Anstieg mussten absolviert werden. Yvonne Brandecker passierte die 5 km nach 22:17 min, verlor auf der zweiten Runde nur wenige Sekunden und kam nach 45:02 min als 44. von 126 Frauen ins Ziel. Damit belegte sie überraschend den vierten Platz in der W 45 und verpasste “Bronze“ nur um 27 s. Umso mehr freute sich die 49-jährige über den Vize-Europameistertitel in der Mannschaftswertung. Gemeinsam mit Verena Becker (45:40 min) und Petra El Alami (45:55 min) sicherte sie sich „Silber“ hinter Großbritannien und vor Schweden.
Noch enger war die Teamwertung im Crosslauf über 8 Kilometer. Hier siegte in der W 45 Spanien in 1:53:41 h vor Irland (1:54:11 h) und Deutschland (1:55:06 h). Yvonne schaffte als drittbeste von sechs deutschen Läuferinnen ihrer Altersklasse den Sprung ins Team und konnte somit eine weitere Bronzemedaille zusammen mit Verena Becker (37:47 min) und Sarah Metz (38:35 min) feiern. In der Einzelwertung bedeutete dies Platz acht in der W 45 in 38:44 min und Platz 40 unter 101 Läuferinnen. „Es war ein hartes Rennen, nach vier von acht Runden war ich platt. Die Höhe hat mir doch zu schaffen gemacht“, so die HGL-Läuferin. Die Crossrennen fanden auf der Hochebene Chao das Feiteiras auf knapp 1200 m Höhe statt. Die etwa ein Kilometer lange Runde auf dem Wiesengelände hatte zudem einige kurze, aber knackige Anstiege. Auch Schafe liefen während des Rennens kurzzeitig über die Wege. Und während bei den Rennen am Morgen noch die Sonne schien, mussten die Frauen gegen Mittag im Nebel und bei deutlich kühleren Temperaturen laufen.
Ihr drittes Rennen bestritt Yvonne im Hauptstadion in Ribeira Brava über 2000 m Hindernis. Acht Jahre nach ihrem letzten Hindernisrennen und fünf Jahre nach einem Kreuzbandriss wagte sie sich erstmals wieder über diese Strecke. Es sei technisch nicht das beste Rennen gewesen, zu sehr war da noch die Blockade im Kopf. Am Ende ist sie nur auf Sicherheit gelaufen, um kein Risiko einzugehen. Nach „Bronze“ 2014 und 2017 blieb ihr diesmal als Fünfte eine Medaille verwehrt. Dafür erreichte sie ihr zweites Ziel: Yvonne verbesserte den Landesrekord von Sachsen-Anhalt um vier Sekunden auf 8:24,83 min. Dabei war es ihr erstes und letztes Rennen in dieser Altersklasse und somit die einzige Chance. Nächstes Jahr muss die Harzerin bereits in der W 50 starten. Insgesamt zog die HGL-Athletin ein positives Fazit: „Das war mehr als ich nach acht Wochen Training erwartet hatte.“ Aufgrund einer Fußverletzung im Mai konnte sie erst Anfang August wieder ins Training einsteigen und nur einmal bei der Masters-DM in Gotha ihre Form über 1500 m testen (6. Platz 5:36,38 min).