Wettkampfberichte
2024
Jonathan Toppel in der Europäischen Bestenliste ganz oben
Ein Anblick der ganz besonderen Art aus Harzer Sicht bietet derzeit die Liste "European Age Best Performances". Der 7-jährige Jonathan Toppel wird dort mit seinen beiden 400-m-Zeiten aus der Freiluftsaison 2013 und der diesjährigen Hallensaison als "Ewiger Bester" in Europa in seiner Altersklasse gezählt.
Mit der Hallenzeit von 1:16,23 min (Halle, 01/2014) und der Freiluftleistung von 1:17,28 min (Halberstadt, 10/2013) war mit 7 Jahren zumindest von allen dokumentierten Leistung in Europa noch niemand schneller.
Den Trainern und Verantwortlichen des Harz-Gebirgslauf 1978 e.V. ist natürlich klar, dass diese außergewöhnliche Leistung in den noch jungen Jahren keinesfalls überbewertet werden darf - stolz macht sie aber trotzdem. Und allein Jonathans vorbildliche und fast schon professionelle Trainingseinstellung lässt auf viele sportliche Erfolge hoffen.
Harz-Gebirgsläufer holen kompletten Medaillensatz
Mit den Landesmeisterschaften im Straßenlauf in Bad Schmiedeberg wurden auch in Sachsen-Anhalt die ersten Freiluft-Titel vergeben. Die Starter des Harz-Gebirgslaufverein erkämpften einen kompletten Medaillensatz.
Der mittlerweile 14. Bad Schmiedeberger Brunnenlauf läutete in diesem Jahr den Landescup der Volksläufer ein. In diesem Rahmen wurden gleichzeitig die Landesmeisterschaften im Straßenlauf sowie die Deutsche Straßenlaufmeisterschaft der Ärzte ausgetragen. Dies lockte zusätzliche Starter, auch aus den Nachbarbundesländern Sachsen und Thüringen in die Kurstadt. Somit konnten die Organisatoren mit rund 350 Athleten einen neuen Teilnehmerrekord verzeichnen. Bei bestem Frühlingswetter wurden die Aktiven auf den flachen Rundkurs geschickt. Lediglich starker Wind wehte den Läufern auf der 2,5 Kilometer langen Runde entgegen. In guter Form präsentierten sich erneut die Harzer Leichtathleten.
Im Lauf über 5 km war Sarah-Michelle Palmer am Start. Die 13-Jährige kam nach einer krankheitsbedingten Pause nicht richtig in Schwung und lief nach 24:53 min als 15. der U 14 ins Ziel. Damit belegte sie den 10. Platz in der LM-Wertung der W 13.
Im Hauptlauf über 10 Kilometer sicherten sich die HGL-Athleten einen kompletten Medaillensatz. Schnellster war Enrico Dietrich, der nach 33:44 min als Vierter der M 20 ins Ziel kam. Dafür konnte er sich endlich über die Bronzemedaille in der Landesmeisterschaft freuen. Ebenfalls auf dem undankbaren vierten Platz landete Antje Damrau in der Gesamtwertung der Frauen. Trotzdem war die 32-Jährige mit ihrer Leistung sehr zufrieden, blieb sie mit 39:42 min doch unter der anvisierten Zeit von vierzig Minuten. Damit erkämpfte sie sich im Brunnenlauf den zweiten Platz in der Altersklasse W 30 und wurde Vizelandesmeisterin. Vereinskameradin Yvonne Brandecker landete im Frauenklassement auf dem achten Platz und gewann mit großem Vorsprung in der Altersklasse W 35. Mit 41:06 min verteidigte die 37-Jährige ihren Vorjahressieg und sicherte sich bereits den dritten Landesmeistertitel in diesem Jahr.
| Sarah-Michelle Palmer |
W 13 | 10. Platz | 5 km | 24:53 min |
| Enrico Dietrich |
Männer | 3. Platz | 10 km | 33:44 min |
| Antje Damrau |
W 30 | 2. Platz | 10 km | 39:42 min |
| Yvonne Brandecker |
W 35 | 1. Platz | 10 km | 41:06 min |
Yvonne Brandecker holt ihre erste internationale Medaille
Mit einer Silbermedaille und einem fünften Platz im Gepäck kehrte die Wernigeröder Leichtathletin Yvonne Brandecker von den Senioren-Weltmeisterschaften aus Budapest zurück und feierte damit den größten sportlichen Erfolg ihrer Karriere.
"Ein schöneres Debüt bei meiner ersten WM im Seniorenbereich hätte ich mir nicht wünschen können", so die Athletin. Nach Platz fünf bei den europäischen Titelkämpfen in Zittau vor zwei Jahren sicherte sie sich nun die erste internationale Medaille.
Die erst sechste Senioren-Hallenweltmeisterschaft, bei der gleichzeitig Wettbewerbe im Gehen, Crosslauf und Halbmarathon ausgetragen wurden, lockte fast 5 000 Teilnehmer aus der ganzen Welt in die ungarische Hauptstadt. Dabei stellte die deutsche Nationalmannschaft mit knapp 500 Startern das größte Team, das am Ende mit 40 Goldmedaillen auch das erfolgreichste war.
Bereits am ersten Tag dominierten die deutschen Läufer mit zahlreichen Medaillen im Crosslauf. Auch die Wernigeröderin hatte hier gemeldet. Entgegen der Wetterprognosen blieb der Regen aus und die Läufer konnten bei strahlendem Sonnenschein auf den zwei Kilometer langen Rundkurs gehen. Lediglich kalter Wind blies den Athleten im Stadtpark entgegen. Im Frauenwettbewerb gingen insgesamt 109 Läuferinnen in den verschiedenen Altersklassen gemeinsam an den Start über acht Kilometer. Nach drei von vier Runden lag die Harzerin überraschend auf Medaillenkurs und verlor erst auf den letzten zwei Kilometern an Sekunden. Am Ende lief sie als hervorragende Fünfte in der Altersklasse W 35 ins Ziel und verpasste die Bronzemedaille nur um elf Sekunden. Mit der Zeit von 33:17,80 min blieb sie noch deutlich unter dem selbst gesteckten Ziel von 34 Minuten.
Große Freude herrschte dann im Lager des DLV über den "silbernen" Erfolg in der Mannschaftswertung. Gemeinsam mit den Kieler Läuferinnen Verena Becker und Christine Dörscher sicherte sich Yvonne Brandecker den Vizeweltmeistertitel. Das deutsche Team lag am Ende nur 40 Sekunden hinter den siegreichen Spaniern. "Mit diesem Erfolg hätten wir im Traum nicht gerechnet", erzählte Ehemann Dirk, der an der Strecke mitfieberte. Dabei verlief die Vorbereitung alles andere als optimal. Drei Wochen lang hatte die 37-Jährige mit einem Infekt zu kämpfen, an Training war nicht zu denken, der Flug nach Budapest war lange fraglich. Erst kurz zuvor kam grünes Licht für den Start. "Die ersten sechs Kilometer waren optimal, dann habe ich nur noch gekämpft", beschreibt Yvonne ihren Lauf. Selbst ihre Teamkameradinnen, die direkt vor der HGL-Athletin ins Ziel kamen, zollten Respekt vor dieser Leistung nach so langer Krankheitspause.
Nun kann sich die Langstrecklerin in Ruhe auf die Bahnsaison vorbereiten, denn bereits im August wartet mit der Senioren-EM in Izmir (Türkei) der nächste Höhepunkt. Und dort soll es möglichst wieder eine Medaille geben.